Am Wochenende vom 13.06 bis 15.06. 2008 trafen sich die abenteuerlustigen Mitglieder des BVW in Houyet/ Belgien zur Wildwassertour auf der Lesse, einem wunderschönen Nebenfluss der Maas.
Der Freitag war der Tag der Anreise...
Read More
...Gegen 17.00 Uhr waren alle Mitfahrer auf dem Campingplatz eingetroffen. Bis alle Zelte aufgebaut, die mitgebrachten Kühlschränke angeschlossen, die Musikanlage eingestöpselt und die Grillkohle angeheizt waren knurrten schon die Mägen. Dank des Großeinkaufs von Anke und der Errichtung eines Großraumzeltes von Dieter stand dem ersten kulinarischen Höhepunkt nichts mehr im Wege. Die mitgebrachten Salätchen und andere Leckereien standen einem 5-Gängemenue in manchem guten Restaurant in nichts nach. Der Biervorrat für das ganze Wochenende wurde bereits am ersten Abend zum Großteil geplündert. Lediglich das mitgebrachte Mineralwasser konnte fast unberührt wieder mit nach Hause genommen werden. Nachdem sich alle genügend Kraftreserven für die anstehende Paddeltour angefuttert hatten, ging man bei Lagerfeuer und Musik zu tiefschürfenden Gesprächen über. Torsten und Thomas R. bewiesen wieder mal, dass sie alle Filmzitate aus allen bisher gedrehten Filmen auswendig konnten. Diese Filmwelt erschloss sich nicht jedem auf Anhieb.


Nach einem ausgedehnten Frühstück marschierten wir am Samstag zum Bootsverleiher. Trockene Sachen konnten in verschließbaren Eimern mitgenommen werden, denn es bestand die Möglichkeit des Kenterns oder Wasserfassens bei der Überfahrt der Stromschnellen und zweier Wehre. Eine Startrampe spuckte im Sekundentakt ein Boot nach dem anderen aus. Der erste zarte Kontakt mit dem Wasser wurde geknüpft. Bei flotter Strömung, vorbei an Felshindernissen und durch überhängende Bäume nahmen wir Fahrt auf. Nadine und Christiane hatten kein Vertrauen zu ihrem Steuermann Thomas und fuhren lieber rückwärts oder krachten gerne mal in die Böschung. Die zwei gesichteten Eisvögel sollen gelacht haben. Anstatt zu paddeln schöpfte Simone das Flusswasser manchmal in das eigene Boot. Angeblich wegen der stabileren Lage.

Vor dem ersten Wehr stieg der Adrenalinspiegel ins unermessliche. Aber ohne Kentern, nur leicht benetzt mit Wasserfontänen erreichten alle das rettende Ufer. Hier wurden erstmal die Boote ausgeschöpft und das Näschen gepudert. Die Körpertemperatur von Anette schien um 5 Grad C gesunken zu sein. Alle freiliegenden Beine waren von einer dicken Gänsehaut überzogen.

Hinter dem zweiten Wehr wurde auf der rechten Uferseite angelandet. Da sich die Pommesbude aber auf der linken befand, durchquerten wir den Fluss, fest untergehakt, zu Fuss. Der Untergrund war äußerst rutschig. Aber dank der Klammertechnik kamen wir gegen die Strömung an und keiner fiel ins Wasser. Bei belgischen Pommes wurden jetzt die anderen Paddler schadenfroh bei der Wehrfahrt bewundert. Heldenhaft wurden führerlos treibende Boote aufgefangen. Von den trockenen und warmen Klamotten am Ziel in Anseremme wurde gerne Gebrauch gemacht. Aus der warmen Dusche kam leider nur kaltes Wasser. Mit dem geheizten Zug fuhren wir zurück zum Zeltplatz. Der Grill war ruck zuck angeworfen und der Tisch war in Windeseile gedeckt. Die verbrauchten Kalorien konnten wieder aufgefüllt werden. Beim Speedminton in der Abendsonne vertrieben wir uns die Zeit. Der Zeltplatz wurde wieder auf Brennholz für das nächtliche Lagerfeuer abgesucht. Innerhalb von Minuten verdunkelte sich der belgische Himmel und ein Gewitterguss, begleitet von einem Sturm fegte über das Zeltlager. Gerade noch rechtzeitig konnten wir das Gemeinschaftszelt festhalten. Wenige Minuten später war der Spuk vorbei und wir konnten weitertrinken. Zur vorgerückten Stunde wurden noch, zwischen Grill und Zelt, die fragmentarischen Kenntnisse aus der Tanzschule aufgefrischt. Auch Thomas R. wird in wenigen Jahren beim Abschlussball seiner Tochter das Tanzbein schwingen müssen. Ob er will oder nicht. Da muss jeder Vater durch.

Der Sonntag begann wieder mit frischen Brötchen und vielerlei Belagmöglichkeiten. Der Renner waren heute frische Tomaten.

Ein tolles Wochenende ohne Handyempfang und ohne Fussball im Fernsehen ging zu Ende.
Danke an Anke und Dieter für tolle Organisation.

Autor: Bernhard Kamps