Eher nicht: Um Wettkampfbadminton zu spielen braucht man Schnelligkeit, hervorragende Reflexe und eine schnelle Hand-Augen-Koordination. Warum? Nun, der Federball wird mitunter mit 290 km/h geschlagen. Das ist schneller als der schnellste Tennisaufschlag, und kommt regelmäßig bei Ballwechseln auf Top-Niveau vor. Dazu muss man noch wissen, dass bei Doppelspielen oft 40 bis 50 Bälle in 20 Sekunden geschlagen werden.

Badminton kann als eine der Sportarten angesehen werden, die höchste Ansprüche an den Spieler stellt. Um auch auf hohem Niveau siegreich sein zu können, werden ihm nicht nur körperliche Fähigkeiten unterschiedlichster Prägung abverlangt, sondern auch besondere geistige und charakterliche Voraussetzungen. Das in der Badminton-Szene viel zitierte, oft vereinfacht oder unvollständig wiedergegebene Zitat von Martin Knupp, einem Autor vieler Badminton-Lehrbücher, soll dies verdeutlichen:

Ein Badmintonspieler sollte verfügen über die Ausdauer eines Marathonläufers, die Schnelligkeit eines Sprinters, die Sprungkraft eines Hochspringers, die Armkraft eines Speerwerfers, die Schlagstärke eines Schmiedes, die Gewandtheit einer Artistin, die Reaktionsfähigkeit eines Fechters, die Konzentrationsfähigkeit eines Schachspielers, die Menschenkenntnis eines Staubsaugervertreters, die psychische Härte eines Arktisforschers, die Nervenstärke eines Sprengmeisters, die Rücksichtslosigkeit eines Kolonialherren, die Besessenheit eines Bergsteigers sowie über die Intuition und Phantasie eines Künstlers.
Weil diese Eigenschaften so selten in einer Person versammelt sind, gibt es so wenig gute Badmintonspieler.
(Martin Knupp, Yonex-Badminton-Jahrbuch 1986)

Diese metaphorisch formulierten Ansprüche werden, zumindest was die körperliche Fitness betrifft, durch einen wissenschaftlich nicht bestätigten Vergleich dänischer Sportjournalisten untermauert. Verglichen wurde das Badminton-WM-Finale von 1985 in Calgary zwischen Han Jian (China) und Morten Frost (Dänemark) mit dem Tennis-Endspiel von Wimbledon im gleichen Jahr zwischen Boris Becker und Kevin Curren. Die Analyse beider Spiele liefert interessante Hinweise auf die Belastung bei beiden Sportarten:

  Tennis: Becker - Curren Badminton: Han - Frost
Ergebnis 6:3, 6:7, 7:6, 6:4 14:18, 15:10, 15:8
Gesamtdauer 3 Std 18 min 1 Std 16 min
Reine Spielzeit 18 min (= 9 %) 37 min (= 48 %)
Ballwechsel 299 146
Ballberührungen (Schläge) 1004 1972
Ballberührungen pro Ballwechsel 3,4 13,5
Gelaufene Strecke ca. 3,2 km ca. 6,4 km


Bemerkenswert ist dabei die Tatsache, dass die Badmintonspieler in weniger als der Hälfte der Zeit etwa doppelt so viel liefen und etwa doppelt so viele Ballberührungen hatten. Dies ist allerdings vor dem Hintergrund der Tatsache zu sehen, dass Rasentennisspiele wie das hier zum Vergleich herangezogene Wimbledon-Finale in dieser Beziehung für die Sportart Tennis eher untypisch sind. Besonders bei aufschlagstarken Serve&Volley-Spielern wie Becker und Curren sind auf diesem Belag die Ballwechsel und damit die Laufwege extrem kurz, und die körperliche Belastung ist entsprechend niedrig.